Solarstrom an Nachbarn verkaufen: So funktioniert Energy Sharing
Solarstrom nicht einspeisen, sondern direkt an Nachbarn verkaufen: Energy Sharing nach §42c EnWG bringt 10–12 ct/kWh statt ~8 ct Einspeisevergütung. Schritt-für-Schritt erklärt.
Das Problem: Überschussstrom bringt zu wenig
Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, kennt das Dilemma: Mittags scheint die Sonne, die Anlage produziert auf Hochtouren – aber niemand ist zuhause, der den Strom verbraucht. Also geht er ins Netz. Für gerade einmal ~8 ct/kWh Einspeisevergütung.
Gleichzeitig zahlt der Nachbar seinem Energieversorger über 30 ct/kWh für Strom aus dem Großmarkt – der zum Teil aus demselben Solarstrom besteht, den ihr gerade eingespeist habt.
Das klingt absurd. Und das ist es auch. Energy Sharing nach §42c EnWG löst dieses Problem.
Die Lösung: Direkt an Nachbarn verkaufen
Mit mojenergy verkauft ihr euren Überschussstrom direkt an Mitglieder eurer Energiegemeinschaft – ohne Stromhändler als Zwischenstufe. Der Community-Preis liegt typischerweise zwischen 10 und 12 ct/kWh – deutlich mehr als die gesetzliche Einspeisevergütung.
Rechenbeispiel:
- PV-Anlage: 10 kWp, Jahresertrag ~9.500 kWh
- Eigenverbrauch: ~3.500 kWh
- Überschuss: ~6.000 kWh/Jahr
| Vermarktung | Preis | Jahreserlös Überschuss |
|---|---|---|
| Netzeinspeisung | ~8 ct/kWh | ~480 € |
| Energy Sharing Community | 12 ct/kWh | ~720 € |
| Mehrerlös | +240 €/Jahr |
Und das ohne jede zusätzliche Hardware – nur mit einem Smart Meter und mojenergy.
Schritt für Schritt: So verkauft ihr euren Solarstrom an Nachbarn
Schritt 1: Konto anlegen
Unter mojenergy.de/registrieren/ tragt ihr euch ein und sichert euren Frühzugang. Dauert zwei Minuten.
Schritt 2: Energiegemeinschaft anlegen
Als Erzeuger legt ihr eine neue Gemeinschaft an und bestimmt den Community-Preis. Ihr könnt den Preis jederzeit anpassen – er muss zwischen Einspeisevergütung und dem günstigsten verfügbaren Markttarif liegen.
Schritt 3: Nachbarn einladen
Schickt euren Nachbarn, der Familie oder Bekannten im gleichen Netzgebiet den Einladungslink. Sie legen ein Konto an, verbinden ihren Zähler – und schon läuft die Gemeinschaft.
Schritt 4: Zähler verbinden
Jedes Mitglied verbindet seinen Stromzähler über das Smart Meter Gateway (HAN-Schnittstelle nach BSI-Standard). Das iMSys liefert die viertelstündlichen Messwerte, die §42c EnWG vorschreibt.
Schritt 5: Automatisch abrechnen lassen
Ab jetzt läuft alles automatisch. mojenergy misst im 15-Minuten-Raster, ordnet den Strom zu und erstellt transparente Abrechnungen für alle Mitglieder. Ihr seht Erzeugung, Bezug und Erlöse in Echtzeit.
Wer kann mitmachen?
Jeder, der im Netzgebiet desselben Verteilnetzbetreibers angeschlossen ist. Im Odenwaldkreis ist das e-netz Südhessen – alle 12 Gemeinden des Landkreises können sofort starten.
- Als Erzeuger: PV-Anlage vorhanden, Smart Meter eingebaut oder beantragbar
- Als Verbraucher: Kein eigenes Dach nötig – einfach beitreten und günstigen Strom beziehen
Ein Beispiel aus dem Odenwaldkreis
Eine Familie aus Höchst im Odenwald betreibt eine 8 kWp-Anlage auf dem Dach. Tagsüber, wenn beide arbeiten, geht der Großteil ins Netz – für 8 ct/kWh. Seit Juni 2026 teilen sie ihren Überschuss mit zwei Nachbarhaushalten über mojenergy. Der Community-Preis: 12 ct/kWh.
Ergebnis im ersten Monat (Juni, Spitzenerzeugung): rund 15–20 € Mehreinnahmen gegenüber reiner Einspeisung – bei null Mehraufwand. Über das Jahr hochgerechnet summiert sich das auf 120–160 € zusätzlich. Die Nachbarn zahlen deutlich weniger als beim Grundversorger.
Was ihr euch nicht kümmern müsst
mojenergy übernimmt alle Formalitäten: Anmeldung beim Netzbetreiber (e-netz Südhessen), bilanzielle Zuordnung im 15-Minuten-Raster, laufende Abrechnungsmeldungen. Ihr legt los – die Plattform regelt den Rest.
Falls noch kein Smart Meter vorhanden: Die Beauftragung und Anmeldung bei e-netz Südhessen lässt sich über einen zugelassenen Elektrofachbetrieb vor Ort anstoßen. In den meisten Fällen ohne Vor-Ort-Termin erledigt.
Tipp: Ü20-Anlage? Jetzt ist der beste Zeitpunkt
Wer eine Solaranlage aus dem Jahr 2000–2005 betreibt, bekommt nach Ablauf der EEG-Förderung oft weniger als 5 ct/kWh Marktwert. Mit Energy Sharing springt ihr direkt auf 10–12 ct/kWh – ohne Umbau, ohne neue Hardware.
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